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Mit zwei Siegen gegen den SC Dortelweil und die Sportfreunde 04 Frankfurt sowie einem Remis gegen den SV der Bosnier Frankfurt startete der FV Stierstadt sehr gut in die Gruppenliga. Zwischenzeitlich grüßte der Aufsteiger sogar von der Tabellenspitze. Es folgte eine schwächere Phase: Zuletzt setzte es vier deutliche Niederlagen in Serie (10:23 Tore), ehe man in der Vorwoche den Negativtrend mit einem 1:0 über Mitaufsteiger SKV Beienheim stoppen konnte.

Am morgigen Sonntag geht es für die Mannschaft von Trainer Thomas Zampach zum Taunus-Derby nach Neu-Anspach (Anstoß: 15 Uhr). Mit der Taunus Zeitung sprach der frühere Profi der Frankfurter Eintracht über den bisherigen Saisonverlauf, einen möglichen Neuzugang mit guten Genen und die Lage in der Gruppenliga.

Herr Zampach, Sie verfolgen sicherlich auch das Geschehen bei Ihrem ehemaligen Verein Eintracht Frankfurt. Was sagen Sie denn zum bisherigen Saisonverlauf?

THOMAS ZAMPACH: Ich muss wirklich sagen, dass mir die Eintracht bisher sehr gut gefällt. Den genauen Tabellenstand weiß ich aber, ehrlich gesagt, gerade gar nicht.

Die SGE steht mit 13 Punkten aus acht Spielen auf Rang sieben. Wissen Sie denn noch, wie viele Punkte der FV Stierstadt aus den ersten acht Spielen in der Gruppenliga geholt hat?

ZAMPACH: Ebenfalls 13 Punkte.

Gilt das Lob für die Eintracht im Umkehrschluss also auch für das eigene Team?

ZAMPACH: (lacht) Ja, ich hätte den Schnitt auch gerne weiterhin gehalten, aber das Leben eines Trainers ist nun einmal kein Wunschkonzert.

Sind Sie dennoch zufrieden, so wie es für Ihren FV Stierstadt bislang läuft?

ZAMPACH: Unterm Strich haben wir es als Aufsteiger ganz gut gemacht. Leider sind wir in unserer Leistung noch sehr wechselhaft, haben nach dem guten Start vier Spiele eher negativ gestaltet. Wenn wir aus den bisherigen sechs Niederlagen vielleicht auch mal zwei Unentschieden gemacht hätten, wären wir sicherlich alle noch glücklicher. Aber wie gesagt: Das Leben ist kein Wunschkonzert.

War der überraschend gute Start als Aufsteiger vielleicht auch ein wenig schädlich? Weil er die Spieler womöglich zur Annahme verführt hat, dass die Saison ein Selbstläufer wird.

ZAMPACH: Weiß ich nicht. Vielleicht. Aber wir sind letztlich froh, dass wir die Punkte geholt haben. Man kann als Mannschaft auch jederzeit in ein Loch fallen. Das hat man bei der Eintracht im vergangenen Jahr gesehen, als es nach einer sehr starken Hinrunde in der Rückrunde eine längere Negativserie gab. In dieser sehr ausgeglichenen Gruppenliga werden die nächsten Spiele Auskunft darüber geben, ob der gute Start schädlich war.

Wie schätzen Sie eigentlich die Gruppenliga insgesamt ein? Wer sind Ihre Favoriten in diesem Jahr?

ZAMPACH: Man muss auf jeden Fall in jedem Spiel an seine Leistungsgrenze stoßen, um Erfolg zu haben. Es gibt aber sicherlich Mannschaften, die von den einzelnen Spielern her besser besetzt sind als andere. Kalbach etwa hat großes Potenzial, auch die Oberräder machen es mit ihrer großen Geschlossenheit sehr ordentlich. Ein wenig verwundert es mich, dass Dortelweil nicht weiter oben rangiert. Aber da steht mir aus der Ferne kein Urteil zu. Ich sage auch immer zu meinen Jungs, dass irgendwelche Tabellenplatzierungen immer nur eine Momentaufnahme sind.

Ihr morgiger Gegner liegt aktuell an vierter Stelle. Haben Sie den FC Neu-Anspach auch schon spielen sehen?

ZAMPACH: Ja, ich habe mir eines ihrer Heimspiele angeschaut. Und es wartet am Sonntag ein hartes Stück Arbeit auf uns. Der FC ist sehr kampfstark und hat in Marco Weber einen sehr, sehr guten Stürmer, den wir unbedingt in den Griff bekommen müssen. Aber auch wir haben gute Offensivspieler, mit denen Anspach erst einmal fertigwerden muss. Ich hoffe auf ein offenes Spiel mit dem besseren Ausgang für uns.

Könnten Sie neben den angesprochenen Offensivspielern noch einen guten Rechtsaußen gebrauchen?

ZAMPACH: An wen denken Sie dabei?

Gerüchten zufolge spielt in den USA ein talentierter Rechtsaußen für das Bryant & Stratton College. Sein Name lautet Zino Zampach.

ZAMPACH: (lacht) Ja, das ist mein Neffe.

Wäre das denn einer für den FV Stierstadt?

ZAMPACH: Da muss man mal abwarten, was er nach seiner Rückkehr aus den Staaten vorhat. Will er weiter oben spielen oder sucht er doch eher den Spaß am Fußball auf einem gewissen Niveau. Wäre Letzteres der Fall, dann ist er sicherlich auch für Stierstadt interessant. Es gibt in der Liga ja einige, die eigentlich höher spielen könnten. Oft spielt dann die Nähe zum Verein oder der Job da eine Rolle.

Apropos „höherklassig spielen“ – Sie waren als Spieler Profi, trainieren jetzt eine Amateurmannschaft. Fällt dieser Sprung schwer?

ZAMPACH: Na ja, ich weiß ja, dass die Jungs ihr Geld nicht mit dem Fußball verdienen. Aber es ist richtig – so ganz einfach ist das manchmal nicht. Da muss ich mir auch mal auf die Zunge beißen, weil ich schon gewisse Vorstellungen habe. Aber ich mache den Jungs keine Vorwürfe, denn am Ende des Tages ist Fußball unser Hobby, an dem wir alle Spaß und Freude haben wollen und sollen.

Was stimmt Sie optimistisch, dass gegen Neu-Anspach nach dem Abpfiff Spaß und Freude aufseiten des FV Stierstadt vorherrschen?

ZAMPACH: Der Sieg gegen Beienheim hat uns sehr gut getan, zumal die Abwehr mal zu null gespielt hat. Nach zuvor vier Niederlagen ist das ein Plus. Man fährt jetzt mit einem ganz anderen Gefühl nach Anspach, als nach einer möglichen fünften Niederlage in Serie. Psychologisch kann das schon ein Vorteil für uns sein.

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